„Dann schreib doch unter nem Männernamen!“

Ich durfte Zoë Beck im Juli 2017 beim Festival des erzählten Falls in München erleben und habe sie als ausgesprochen intelligente und interessante Frau erlebt mit jeder Menge Humor, die jede Menge zu sagen hat. Und zwar Dinge mit Substanz. Ich hoffe sehr, sie bleibt genau so, wie sie ist.

Herland

von Zoë Beck

Letztens Jahr ging es mal wieder durch die Presse, dass eine Frau ihr Manuskript unter männlichem Pseudonym einreichte und sehr viel positivere Rückmeldungen bekam als unter ihrem echten Namen/Geschlecht. 

Damals schrieben mir erstaunlich viele Menschen, ob ich das denn selbst schon mal ausprobiert hätte. Oder ob ich das denn nicht mal machen möchte. Außerdem: Ein männliches Pseudonym würde doch viel besser zu meinen Büchern passen, nein? Und vor ein paar Tagen wieder: Probier doch mal. Schreib einfach einen Männernamen drauf. 

Ich bekomme seit Jahren gesagt, ich würde zu „unweiblich“ schreiben. Zu kühl, zu sachlich, die Figuren seien nichts, womit sich Frauen identifizieren könnten. (Gesellschafts-)politische Hintergründe würden gerade das weibliche Lesepublikum überfordern bzw. abschrecken. Als Frau wolle man beim Lesen abschalten und sich nicht mit Problemen auseinandersetzen. Einige Männer, mit denen ich beruflich zu tun hatte, rieten mir zu „ansprechenderen“ Fotos, zu einem „weiblicheren“ Auftreten, einer „zugänglicheren“ Attitüde (ich sei “zu…

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