Pflanzen

01. Mai 2017

Auf dem Bauch im Straßengraben: Meine ersten Makroversuche

Zu analogen Zeiten hatte ich bereits ein Makro-Objektiv, ein 90mm von Sigma, das allerdings nicht allzu oft zum Einsatz kam. Die Ergebnisse ohne Stativ waren damals ziemlich ernüchternd.

Jetzt musste es wieder ein Makro sein, und wieder von Sigma: das 105er. Als Ort für meine ersten Versuche wählte ich ausgerechnet den Straßengraben einer Ortsverbindungsstraße, weil dort jedes Jahr die Leberblümchen und Buschwindröschen so wunderbar blühen. Ich will gar nicht wissen, was sie die Autofahrer dachten, als ich mit der Kamera in der Hand auf dem Bauch im Straßengraben lag …

 


Auf dem Bauch durch den Garten: Makroversuche Nummer 2

Ich kann nicht nur durch Straßengräben, sondern auch durch den Garten robben. Ich wählte für meine zweite Makroexursion einen leicht verregneten Tag. Der bescherte mir nicht nur sehr gutes, weil gedämpftes Licht und schöne Regentropfen auf den Pflanzen, sondern auch deutliche Spuren auf Hose und Pullover …

Ein Stativ habe ich – wie schon im Straßengraben – aus Faulheitsgründen nicht benutzt. Wäre manchmal aber besser gewesen, denn es kam schon sehr viel Ausschuss dabei heraus, da ich zittere wie Wackelpudding.

Hier sind zunächst meine Lieblinge, die Elfenblumen:

 

Und hier der bunt gemischte Rest:

 


Mit Kanonen auf Spatzen: Kuhschellen in der Garchinger Heide

Kuh-Was? Das ist die Standard-Reaktion, wenn ich von diesem Workshop erzähle. Nein, es geht nicht um das, was der lila Milka-Kuh bimmelnd am Hals baumelt. Kuh- oder Küchenschellen sind Blumen. Sehr schöne Blumen, wie ich finde. Ich habe einmal versucht, sie im Garten zu ziehen (natürlich im Gartencenter gekauft!), aber ich habe kläglich versagt.

In der Garchinger Heide, einem Naturschutzgebiet im Norden Münchens, gedeihen sie dafür umso besser. Die Garchinger Heide ist ein kleines Überbleibsel der ursprünglichen Heidelandschaft und durch ihren enormen Artenvielfalt von weit über München hinausreichender Bedeutung, denn dort wachsen, blühen und leben auch viele seltene, teils gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Eine davon ist die Finger-Küchenschelle (Pulsatilla patens), die in Deutschland nur noch in der Garchinger Heide zu finden ist.

Und eben diese zarte Pflanze haben wir – natürlich außerhalb des Naturschutzgebietes – unter der Anleitung von Naturfotograf Sven Herdt fotografiert. Aber nicht etwa mit dem Makro. Nein, mit dem Tele. Ich hatte am Workshop-Tag selbst nur das 70-200 von Sigma dabei und bin ein paar Tage später nochmal mit dem 150-600 aufgebrochen.
Nur zur Verdeutlichung: So sieht das 150-600 aus (zur besseren Größendarstellung mit Vergleichshuhn):

600er mit Huhn

Ich glaube, der Titel „Mit Kanonen auf Spatzen“ erschließt sich jetzt, wenn man sich vorstellt, dass die blühende Küchenschelle nicht größer als 10 – 15 cm ist.

Jedenfalls ist am Workshop-Tag (es war ein wunderschöner sommerlicher Aprilsonntagnachmittag) nicht nur ein Spaziergänger stehengeblieben und hat sich und manchmal auch uns gefragt, was die Leute da tun, die auf dem Bauch auf der Heide liegen.
Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich hin und wieder damit beschäftigt war, mich nicht von den Ameisen, die überall auf mir herumgekrabbelt sind, stören zu lassen. Nebenbei habe ich dann auch noch fotografiert.